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08.09.2025
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Warum Sie den Wert Ihres Tiefbauunternehmens kennen sollten

Der Wunsch, das eigene Unternehmen zu verkaufen, reift oft über Jahre. Ob aus Altersgründen, wegen fehlender Nachfolge oder um neue Wege zu gehen – eines ist sicher: Ohne eine fundierte Unternehmensbewertung fehlt die wichtigste Entscheidungsgrundlage.

Gerade im Tiefbau ist der Unternehmenswert jedoch keine einfache Zahl, die sich auf Knopfdruck ausrechnen lässt. Maschinenpark, Projektlage, regionale Marktstellung, Fachkräfte – all das spielt eine Rolle. Hinzu kommt: Der eigentliche Unternehmenswert und der spätere Verkaufspreis sind selten identisch.


 

Eine Studie der KfW zeigt: Über 70 % der mittelständischen Unternehmer schätzen den Wert ihres Unternehmens entweder gar nicht oder deutlich zu hoch ein.

 

Das birgt Risiken: Wer sich auf eine emotionale Schätzung verlässt,

 

⚠️ verprellt ernsthafte Käufer,

⚠️ verliert Zeit in Verhandlungen,

⚠️ oder akzeptiert im schlimmsten Fall einen deutlich zu niedrigen Preis.

 

 
Zugleich eröffnet eine fundierte Bewertung neue Perspektiven:

 

  • Sie schafft Klarheit ĂĽber den wirtschaftlichen Status quo,
  • stärkt Ihre Position in der Verhandlung,
  • und hilft Ihnen, gezielt die richtigen Käufer anzusprechen – sei es innerhalb der Familie, aus dem Management oder ĂĽber externe Investoren.

 


 

 

In den kommenden Kapiteln erfahren Sie,

â–¶ wie Unternehmenswerte im Tiefbau berechnet werden,

â–¶ welche Verfahren sich bewährt haben,

â–¶ welche Faktoren den Wert steigern – oder mindern,

▶ und wie Sie sich optimal auf diesen entscheidenden Schritt vorbereiten können.

 

 

Denn wer den Wert seines Unternehmens kennt, verkauft nicht nur – er verhandelt auf Augenhöhe.

 

 


 

Grundlagen der Unternehmensbewertung – zwischen Substanz und Ertrag

 

Der Wert eines Unternehmens ist keine absolute Größe – er ist immer eine Kombination aus Zahlen, Marktverhältnissen und Zukunftserwartungen. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Verkaufsprozess mit den Grundprinzipien der Unternehmensbewertung vertraut zu machen. Denn wer weiß, was potenzielle Käufer betrachten, kann gezielt vorbereiten und realistisch verhandeln.

 


 

 

Was ist überhaupt ein „Unternehmenswert“?

 

Ein Unternehmenswert ist der rechnerische Ausdruck dafür, was ein Unternehmen heute wert ist – unter Berücksichtigung seiner Substanz, seiner Ertragskraft und seiner Perspektiven.

 

 

Wichtig: Der Unternehmenswert ist nicht automatisch der Kaufpreis.
Denn dieser wird später durch weitere Faktoren beeinflusst, wie z. B.:

 

  • strategische Interessen des Käufers (z. B. Zugang zu Region, Personal),
  • Synergien mit anderen Beteiligungen,
  • Verhandlungssituation (z. B. Zahl der Interessenten),
  • Ăśbergabemodell (z. B. Earn-out, Verkäuferdarlehen).

 


 

Die drei zentralen Bewertungsansätze

 

1. Ertragswertverfahren


→ Die gängigste Methode im Mittelstand. Hierbei wird der erwartete Gewinn der nächsten Jahre berechnet – abgezinst auf den heutigen Wert.
Besonders wichtig: ein stabiles, nachvollziehbares Ergebnis (EBIT oder EBITDA).

 

2. Substanzwertverfahren


→ Dabei wird das Vermögen des Unternehmens bewertet – etwa Maschinen, Grundstücke, Vorräte – abzüglich Verbindlichkeiten.
Für viele Tiefbauunternehmen relevant, wenn der Gerätepark einen großen Teil des Vermögens darstellt.

 

3. Multiplikatorverfahren (EBITDA-Multiple)


→ Häufig bei PE-Fonds oder strategischen Käufern verwendet. Es basiert auf realisierten Verkaufspreisen vergleichbarer Firmen.
Im Tiefbau liegt der typische Multiplikator im Bereich 3–6× EBITDA, abhängig von Größe, Spezialisierung und Region.

 


 

Was zählt im Tiefbau besonders?

 

Im Vergleich zu anderen Branchen sind folgende Punkte bei der Bewertung besonders relevant:

 

  • Gerätepark & Wartungshistorie
  • Auftragsbestand & Margenqualität
  • Bindung der Fachkräfte
  • Risikostruktur (z. B. Gewährleistungen, Bauverzögerungen)

 


Eine seriöse Bewertung basiert nie auf Gefühl oder Branchenpauschalen. Sie berücksichtigt sowohl Zahlen als auch unternehmerische Substanz – und muss vor allem eines sein: verständlich, nachvollziehbar und belastbar für beide Seiten.


 

Bewertungsverfahren im Tiefbau – was in der Praxis wirklich funktioniert

 

Im Mittelstand – und ganz besonders im Tiefbau – ist die Unternehmensbewertung kein rein theoretisches Rechenmodell. Vielmehr geht es darum, aus mehreren Methoden ein realistisches und nachvollziehbares Gesamtbild zu entwickeln. Die Wahl des Verfahrens hängt stark davon ab, wer kauft, was verkauft wird und wie stark das Unternehmen strukturiert ist.

 

Hier sind die gängigsten Verfahren – und wie sie im Tiefbau angewendet werden:

 

1. Ertragswertverfahren – die Ertragskraft zählt

 

Das Ertragswertverfahren ist in vielen Fällen das zentrale Bewertungsmodell, insbesondere bei familieninternen Übergaben oder Verkäufen an strategische Investoren.

Berechnung: Die kĂĽnftig erwarteten Gewinne (EBIT oder EBITDA) werden mit einem Kapitalisierungszinssatz abgezinst.

Praxis: Für stabile, gut geführte Tiefbauer mit konstanter Projektlage ist dieses Modell gut geeignet – insbesondere bei Unternehmen mit hohem Auftragsvorlauf.

Beispiel: Ein Unternehmen mit einem bereinigten EBITDA von 600.000 € und einem Multiplikator von 4 ergibt:
600.000 € × 4 = 2,4 Mio. € Unternehmenswert

 

2. Substanzwertverfahren – Maschinen und Material im Fokus

 

Im Tiefbau ist der Substanzwert meist höher als in anderen Branchen – denn Maschinen, Geräteparks, Fuhrparks und Lagerbestände machen oft den Kern des Unternehmensvermögens aus.

Berechnung: Zeitwert aller Vermögensgegenstände abzüglich Schulden und Rückstellungen.

Einsatz: Besonders relevant bei Unternehmen mit geringem Gewinn, aber hohem Maschinenbestand – etwa in Übergangsphasen oder bei Nachfolgen.

Achtung: Der Substanzwert ist selten allein ausschlaggebend, wird aber oft zur Plausibilisierung anderer Verfahren herangezogen.

 

3. Multiplikatorverfahren – Marktvergleiche schaffen Orientierung

 

Strategische Käufer und Finanzinvestoren arbeiten oft mit Multiples, z. B. auf Basis des EBITDA. Diese Multiplikatoren stammen aus vergleichbaren Transaktionen.

Typische Bandbreiten im Tiefbau:
3Ă— EBITDA bei kleineren Unternehmen ohne Struktur
4–6× EBITDA bei etablierten, spezialisierten Betrieben mit Planungskapazität, zertifizierter Qualität, eingespieltem Führungsteam

Vorteil: Schnell und marktbezogen – aber stark abhängig von Vergleichbarkeit und Datenlage.

 

4. Discounted Cash Flow (DCF) – für professionelle Käufer

 

Die DCF-Methode basiert auf der detaillierten Planung künftiger Zahlungsströme (Cashflows). Sie wird v. a. bei größeren Deals mit institutionellen Käufern (z. B. Private Equity) verwendet.

Voraussetzung: Eine valide 5–7-Jahres-Planung, solides Controlling, stabile Margen.

Praxis im Tiefbau: Kaum eingesetzt bei kleineren Firmen, aber relevant bei ĂĽberregionalen Gruppen oder als Teil von Buy-&-Build-Konzepten.

 

Im Tiefbau gilt: Nicht ein Verfahren entscheidet – sondern die Kombination. Substanz, Ertrag und Marktumfeld fließen zusammen. Für Verkäufer ist wichtig: Der Unternehmenswert ist keine feste Zahl, sondern ein Argument in der Verhandlung – und sollte professionell vorbereitet sein.

 

 


 

Was den Unternehmenswert wirklich beeinflusst – und worauf Käufer achten

 

Ein Bewertungsverfahren liefert nur dann ein realistisches Ergebnis, wenn es die relevanten Werttreiber und Risikofaktoren des Unternehmens einbezieht. Und im Tiefbau sind diese Treiber nicht nur in der Bilanz zu finden – oft liegen sie im operativen Detail. Käufer – ob strategisch oder finanziell – schauen daher ganz genau hin.

 

 

Wer den Unternehmenswert steigern oder absichern will, sollte wissen, worauf wirklich geachtet wird.

 

 

1. Maschinenpark & Substanz

 

  • Zustand, Wartung, Dokumentation: Ein moderner, gepflegter Gerätepark mit lĂĽckenloser Wartungshistorie wirkt wertsteigernd – er reduziert Investitionsrisiken und sichert die Einsatzfähigkeit.
  • Eigentum vs. Leasing: Eigentumsmaschinen erhöhen den Substanzwert, während Leasingmodelle kurzfristig die Liquidität schonen, aber den bilanziellen Wert senken.

 

▶︎ Tipp: Eine strukturierte Maschinenliste mit Baujahr, Restwert und Wartungsstand ist für jeden Käufer ein starkes Signal.

 

 

2. Auftragsbestand & Projektpipeline

 

  • Laufende Projekte: Aktive Baustellen mit guten Margen sind ein Argument fĂĽr Ertragsstärke.
  • ZukĂĽnftige Aufträge: Verträge mit Versorgern, Kommunen oder Industrie sichern die Planbarkeit.
  • Abhängigkeiten: Einseitige Auftraggeberstrukturen (z. B. >50 % Umsatz mit einem Kunden) können den Wert mindern.

 

▶︎ Käufer bevorzugen breite, stabile Kundenbasis – idealerweise mit wiederkehrenden Aufträgen.

 

 

3. Mitarbeiterbindung & Know-how im Team

 

  • Fachkräfte sichern Zukunft: Qualifiziertes Personal ist heute oft wertvoller als ein Bagger.
  • Geringe Fluktuation & gute FĂĽhrung: Ein stabiles Team mit erfahrenen Bauleitern oder Vorarbeitern reduziert Integrationsrisiken.
  • Perspektive fĂĽr Nachwuchs: Ausbildungsquote, Karrierepfade oder Nachfolge im mittleren Management erhöhen die Attraktivität.

 

▶︎ Personalstruktur wirkt direkt auf den Bewertungs-Multiple – insbesondere in Fachkräftemärkten.

 

4. Regionale Stellung & Spezialisierung

 

  • Monopolähnliche Positionen in Nischen (z. B. Bahnbau, Spezialtiefbau) bringen strategischen Aufschlag.
  • Zertifizierungen (z. B. DVGW, GĂĽteschutz Kanalbau) erhöhen den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen.
  • Hoher Bekanntheitsgrad in der Region vereinfacht Integration und Kundenbindung fĂĽr Käufer.

 

5. Risikofaktoren & Bewertungsabschläge

 

  • Offene Gewährleistungen (z. B. bei öffentlichen Projekten)
  • Rechtsstreitigkeiten, Altlasten oder Umweltrisiken
  • Unklare Eigentumsverhältnisse bei GrundstĂĽcken oder Maschinen
  • Schwankende Jahresergebnisse oder hohe Einmaleffekte (z. B. durch Förderprogramme)

 

▶︎ Diese Punkte führen bei Käufern zu Abschlägen – oder zu Sicherheitsabschlägen in der Dealstruktur (Earn-out, Verkäuferdarlehen).

 


Der Unternehmenswert hängt nicht nur vom Umsatz oder Gewinn ab – sondern von den Strukturen, die dahinterstehen. Wer diese kennt und gezielt pflegt, steigert nicht nur seinen Wert, sondern auch das Vertrauen potenzieller Käufer.

 

 


 

Typische Fehler bei der Bewertung – und wie Sie sie vermeiden

 

Eine Unternehmensbewertung ist kein Zahlenrätsel, das sich mit einem Taschenrechner lösen lässt – sie ist ein strategischer Prozess. Doch gerade hier passieren vielen Unternehmern im Tiefbau klassische Denkfehler. Diese führen nicht nur zu falschen Vorstellungen über den Wert des Unternehmens, sondern im schlimmsten Fall auch zu geplatzten Verhandlungen oder einem unter Wert abgeschlossenen Verkauf.

 

1. Emotionale Ăśberbewertung

 

Nach Jahren harter Arbeit und unternehmerischer Verantwortung erscheint das eigene Unternehmen vielen Verkäufern mehr wert, als es der Markt objektiv hergibt.

Typischer Denkfehler: „Was ich aufgebaut habe, ist unbezahlbar.“

Realität: Käufer bezahlen für Zukunftserträge – nicht für Vergangenheit oder persönliche Leistung.

 

▶︎ Tipp: Lassen Sie Ihre Bewertung von externen Fachleuten vornehmen. Eine neutrale Sicht schützt Sie vor Illusionen – und stärkt Ihre Verhandlungsposition.

 

2. Einmaleffekte und SondereinflĂĽsse nicht bereinigt

 

Ein außergewöhnlich guter Auftrag, ein Grundstücksverkauf oder Förderzuschüsse verzerren das Ergebnis. Wer solche Sondereffekte nicht kenntlich macht, liefert keine belastbare Ertragsbasis – was Käufer misstrauisch macht.

 

▶︎ Tipp: Bereinigen Sie Ihre Jahresergebnisse (EBITDA) um Einmaleffekte – für mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit.

 

3. Stille Reserven und Schulden falsch eingeschätzt

 

Stille Reserven: Wenn Maschinen bilanziell abgeschrieben, aber operativ wertvoll sind, wirkt der Substanzwert kĂĽnstlich niedrig.

Schulden: Leasing, Garantien, nicht bilanzierte Verpflichtungen oder Pensionszusagen können den Wert spürbar mindern.

 

▶︎ Tipp: Lassen Sie eine substanzielle Bilanzanalyse erstellen – inkl. offener Risiken und Reserven.

 

4. Auftragsbestand und Projektpipeline nicht dokumentiert

 

Ein Käufer braucht Sicherheit über die zukünftige Auslastung und Ertragserwartung. Fehlen diese Nachweise oder ist die Pipeline unklar, reduziert sich der Wert deutlich.

 

▶︎ Tipp: Erstellen Sie frühzeitig eine strukturierte Projektübersicht – mit Status, Auftraggebern, Laufzeit und erwarteten Margen.

 

5. Unvollständige oder unklare Unterlagen

 

Käufer erwarten strukturierte, vollständige und professionelle Unterlagen – dazu gehören:

 

  • aktuelle BWAs,
  • Inventarlisten,
  • Leasingverträge,
  • Verträge mit Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten.

 

▶︎ Tipp: Ein sauber vorbereitetes Datenpaket (Datenraum) signalisiert Verlässlichkeit – und spart Zeit in der Due Diligence.

 


Viele Bewertungsfehler sind vermeidbar – wenn man sie erkennt. Eine realistische, fundierte und nachvollziehbare Bewertung erhöht nicht nur den Wert, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verkauf überhaupt zustande kommt.

 


 

Wie Sie sich konkret auf die Bewertung vorbereiten – Dokumente, Struktur & Daten

Eine professionelle Unternehmensbewertung steht und fällt mit der Vorbereitung. Gerade im Tiefbau, wo komplexe Projekte, ein hoher Materialeinsatz und viele Einzelpositionen zum Alltag gehören, ist es entscheidend, Zahlen, Verträge und Vermögenswerte sauber und nachvollziehbar aufzubereiten. Wer dies frühzeitig tut, spart nicht nur Zeit und Nerven – er signalisiert potenziellen Käufern auch: Dieses Unternehmen ist strukturiert, geführt und verlässlich.

 

Diese Unterlagen sollten Sie bereithalten

 

1. Finanzen & Controlling

 

  • Aktuelle BWA und Summen- und Saldenlisten (mind. 3 Jahre rĂĽckwirkend)
  • JahresabschlĂĽsse (inkl. Anhang & Lagebericht)
  • Bereinigte Ergebnisrechnung mit Sondereffekten (z. B. Fördermittel, Immobilienverkäufe)
  • Aufstellung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Darlehen

 

2. Vermögenswerte & Ausstattung

 

  • Vollständige Maschinen- und GeräteĂĽbersicht mit Zeitwerten und Wartungsstand
  • Liste der Fahrzeuge, Container, Werkstatteinrichtungen
  • Angaben zu GrundstĂĽcken, Hallen oder Deponien – inkl. Eigentumsnachweis oder Mietverträge

 

3. Projektlage & Kundenstruktur

 

  • ProjektĂĽbersicht: laufende & geplante Bauvorhaben, Auftraggeber, Volumen, Status
  • Umsatzverteilung nach Kunden & Regionen
  • Nachweise ĂĽber Zertifizierungen (z. B. DVGW, GĂĽteschutz Kanalbau)

 

4. Personal & Organisation

 

  • Organigramm
  • Liste der Mitarbeiter mit Funktionen, Eintrittsdatum, Qualifikation
  • Angaben zu Lohnkosten, Ausbildungsquote, Fluktuation

 

5. Verträge & rechtliche Unterlagen

 

  • Gesellschaftsvertrag
  • Miet-/Leasingverträge (z. B. Geräte, GrundstĂĽcke)
  • GewährleistungsĂĽbersicht & laufende Rechtsstreitigkeiten (falls vorhanden)
  • Versicherungsunterlagen

 

 


 

Die Rolle eines digitalen Datenraums

 

Immer mehr Käufer verlangen die Unterlagen in einem digitalen Datenraum – also als strukturierte, gut beschriftete PDF-Dateien oder Excel-Tabellen, geordnet nach Themenblöcken.

▶︎ Tipp: Wer früh mit der Digitalisierung beginnt, reduziert Rückfragen – und schafft Vertrauen.

 

Was Sie vermeiden sollten

 

❌ Veraltete oder widersprüchliche Unterlagen

❌ Fehlende Maschinenlisten oder unklare Eigentumsverhältnisse

❌ Überraschungen in der Bilanz, die erst im Due-Diligence-Prozess auffallen


Eine gute Bewertung beginnt mit einer sauberen Vorbereitung. Unternehmer, die ihre Zahlen und Unterlagen frühzeitig sortieren, haben nicht nur weniger Stress – sie erhöhen auch die Chancen auf einen strukturierten, erfolgreichen Verkaufsprozess.

 


 

Zwischen Unternehmenswert und Kaufpreis – was den finalen Preis wirklich bestimmt

 

Auch wenn es im Verkaufsprozess oft anders wirkt: Der Unternehmenswert ist nicht gleich Kaufpreis. Die Bewertung bildet zwar die Basis für Verhandlungen, doch am Ende zählen auch Verhandlungsgeschick, Käuferinteresse und Deal-Struktur. Gerade im Tiefbau, wo Projektlage, Personalbindung und Substanz stark variieren, hängt der finale Preis von weit mehr ab als einer Formel.

1. Unternehmenswert = Ausgangspunkt

 

Der berechnete Wert – sei es per Ertragswert, Substanzwert oder Multiplikator – ist ein Richtwert, der auf Annahmen basiert. Käufer nutzen diesen als Gesprächsgrundlage, prüfen aber:

 

  • die Qualität der Zahlen (z. B. wiederkehrende vs. einmalige Erträge),
  • den Zustand der Assets (z. B. Geräte, Lagerbestand),
  • und die strategische Passung zum eigenen Portfolio.

 

2. Der Kaufpreis entsteht in der Verhandlung

 

Die Differenz zwischen rechnerischem Wert und tatsächlichem Kaufpreis ergibt sich durch:

 

  • Wettbewerb: Gibt es mehrere Interessenten, steigt der Preis.
  • Synergien: Ein Käufer, der z. B. regional expandieren will, zahlt mehr.
  • Risiken: Unsicherheiten (z. B. unklare Verträge, Personalfluktuation) fĂĽhren zu Preisabschlägen.
  • Emotionale Faktoren: Persönliche Chemie, Vertrauen, Integrität – nicht zu unterschätzen, besonders im Mittelstand.

 

3. Deal-Struktur beeinflusst Preis und Sicherheit

 

Ein Käufer zahlt selten den gesamten Betrag direkt. Typische Modelle sind:

 

  • Verkäuferdarlehen: Der Verkäufer bleibt finanziell beteiligt und erhält einen Teil des Preises ĂĽber mehrere Jahre.
  • Earn-out-Regelungen: Ein Teil des Preises hängt vom zukĂĽnftigen Unternehmenserfolg ab – oft ĂĽber 2–3 Jahre.
  • Anteilserwerb in Stufen: Z. B. 60 % heute, 40 % in zwei Jahren – mit Bewertungskorridor.

 

Diese Modelle können den Preis steigern, aber auch Risiken für beide Seiten abfedern.

 

4. Steuern und Transaktionsstruktur

 

Auch die steuerliche Struktur (Share-Deal vs. Asset-Deal) hat direkten Einfluss auf den Netto-Erlös für den Verkäufer.

 

  • Ein Share-Deal begĂĽnstigt den Verkäufer steuerlich, kann aber fĂĽr den Käufer weniger attraktiv sein (z. B. bei stillen Lasten).
  • Ein Asset-Deal erlaubt dem Käufer neue Abschreibungen, fĂĽhrt aber oft zu Grunderwerbsteuer oder doppelter Besteuerung.

 

▶︎ Tipp: Frühzeitig mit M&A- und Steuerberatern die Deal-Struktur simulieren – das schafft Verhandlungsspielraum und verhindert böse Überraschungen.


Der Unternehmenswert ist das Fundament – der Kaufpreis ist das Ergebnis kluger Verhandlungsführung, strategischer Planung und realistischem Erwartungsmanagement. Unternehmer, die diesen Unterschied verstehen, verhandeln erfolgreicher – und sichern den bestmöglichen Abschluss.

 

 


 

Wie die TERRAS Tiefbau Gruppe Sie bei der Bewertung unterstĂĽtzt

 

 

Der Unternehmensverkauf ist mehr als ein Geschäftsabschluss – er ist die Übergabe eines Lebenswerks. Wer diesen Schritt gut vorbereitet, kann nicht nur den optimalen Verkaufspreis erzielen, sondern auch sicherstellen, dass sein Betrieb in die richtigen Hände übergeht. Die Bewertung spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie ist nicht nur Grundlage für die Preisfindung, sondern auch ein Signal an potenzielle Käufer, wie strukturiert und zukunftsfähig ein Unternehmen aufgestellt ist.

 

Gerade im Tiefbau ist die Bewertung komplex: Maschinenparks, laufende Projekte, personelle Abhängigkeiten und regionale Besonderheiten machen jedes Unternehmen einzigartig. Standardisierte Modelle greifen hier oft zu kurz. Es braucht branchenspezifische Erfahrung und ein klares Verständnis für Werttreiber und Risiken.

 
Die TERRAS Tiefbau Gruppe bietet Unternehmern genau diese Kombination aus Branchenwissen, M&A-Kompetenz und strategischem Weitblick. Wir unterstĂĽtzen Sie bei:

 

  • der objektiven und praxisnahen Bewertung Ihres Unternehmens,
  • der Strukturierung Ihrer Unterlagen und Kennzahlen,
  • der Entwicklung einer realistischen Wertspanne fĂĽr Verhandlungen,
  • und – auf Wunsch – bei der Ansprache geeigneter Käufer oder Nachfolger.

 

Unsere Erfahrung zeigt: Wer frühzeitig mit der Vorbereitung beginnt, kann den Wert seines Unternehmens nicht nur messen – sondern gezielt entwickeln. TERRAS begleitet Sie auf diesem Weg – diskret, kompetent und mit echtem Verständnis für die Besonderheiten der Tiefbaubranche.

 

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