
Der Verkauf eines Unternehmens oder eine UnternehmensĂŒbergabe ist nie Routine â erst recht nicht im Tiefbau.
Es geht um Maschinen im Millionenwert, eingespielte Teams, laufende GroĂprojekte und gewachsene Kundenbeziehungen. FĂŒr Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland ist die Nachfolge daher nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch des Vertrauens, der Sicherung des Lebenswerks â und der steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Was unterscheidet den UnternehmensĂŒbernahme in Deutschland von dem in Frankreich, GroĂbritannien, Japan oder den USA?
Und vor allem: Welche Chancen und Stolpersteine gibt es â gerade im internationalen Kontext?
Gleichzeitig wĂ€chst das Interesse internationaler KĂ€ufer, insbesondere von Private-Equity-Gesellschaften oder strategischen Investoren, die im europĂ€ischen Tiefbau FuĂ fassen wollen. Wer sich jetzt mit dem Thema Verkauf befasst, sollte daher nicht nur den deutschen Markt kennen â sondern auch verstehen, wie Nachfolgeprozesse in anderen LĂ€ndern funktionieren, welche Vorteile der Standort Deutschland bietet â und worauf es in der Vorbereitung wirklich ankommt.
Ein klug vorbereiteter Unternehmensverkauf ist kein Risiko â sondern eine echte Chance.
Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als sei der Abgabe eines Unternehmens in jedem Land ein Ă€hnlicher Prozess: Es wird ein Nachfolge gefunden, ein Preis verhandelt, VertrĂ€ge unterschrieben â fertig. In der Praxis aber zeigen sich im internationalen Vergleich deutliche Unterschiede, insbesondere bei Erbschaft- und Schenkungsteuer, Regelungen zur Nachfolge im Mittelstand und der Beteiligung von Familienmitgliedern.
Deutschland bietet dabei klare Vorteile â aber auch formale HĂŒrden, die es zu kennen gilt.
Das deutsche Steuerrecht sieht fĂŒr Unternehmensnachfolgen ĂŒber §§âŻ13a und 13b ErbStG groĂzĂŒgige BegĂŒnstigungen vor:
Regelverschonung (85âŻ%) bei 5 Jahren FortfĂŒhrung und ErfĂŒllung der Lohnsummenregel,
Optionsverschonung (100âŻ%) bei 7 Jahren Haltefrist und strengeren Anforderungen.
Die Lohnsummenregel setzt voraus, dass das Unternehmen personell stabil bleibt. Wird sie verletzt, droht die nachtrĂ€gliche Besteuerung â ein erheblicher Risikofaktor bei Ăbergaben an Dritte oder Buy-outs.
âïž Wer die Kriterien erfĂŒllt, kann den Unternehmenswert fast vollstĂ€ndig steuerfrei ĂŒbertragen â ein erheblicher Anreiz fĂŒr familieninterne Nachfolgen oder Management-Buy-Outs.
In den USA liegt die Freigrenze fĂŒr Erbschaftssteuer (federal estate tax) aktuell bei rund 12,9 Millionen US-Dollar pro Person (2024). Viele Unternehmensnachfolgen bleiben damit steuerfrei â insbesondere im Mittelstand. Gleichzeitig gibt es keine Pflichtteilsregelungen wie in Deutschland, was gröĂere Freiheiten in der Nachfolgeplanung ermöglicht.
Allerdings ist der US-Markt stark auf Share-Deals, Earn-outs und Private-Equity-Strukturen ausgerichtet. Verbindlichkeiten und Risiken werden oft durch vertragliche Regelungen (z.âŻB. Reps & Warranties Insurance) gesteuert, was die Verkaufsprozesse schneller und dynamischer, aber auch kapitalintensiver macht.
In Japan gehört die Erbschaftsteuer zu den höchsten weltweit: Der Spitzensteuersatz liegt bei 55âŻ%, der Freibetrag ist im Vergleich zu westlichen LĂ€ndern sehr niedrig (z.âŻB. ca. 5 Mio. Yen â 30.000 ⏠pro Kind).
Unternehmensnachfolgen â insbesondere in Familienunternehmen â sind deshalb extrem steuerbelastet. Zwar gibt es steuerliche Sonderregelungen fĂŒr Betriebsvermögen, doch diese greifen nur bei sehr langfristiger Unternehmensbindung und unter strikten Voraussetzungen.
Hinzu kommt, dass Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe unter Druck stehen, weil Nachfolger fehlen â rund ein Drittel der Unternehmensinhaber ist ĂŒber 70 Jahre alt, viele Betriebe drohen schlicht zu verschwinden. Der Staat reagiert mit steuerlichen Erleichterungen fĂŒr MBOs und Ăbernahmen durch externe Manager.
âïž Japan bietet steuerlich schwierige Rahmenbedingungen â aber durch staatlich geförderte Nachfolgeinitiativen (z.âŻB. durch die Japan External Trade Organization) entstehen Chancen fĂŒr gut vorbereitete Ăbergabe.
Frankreich kennt mit dem sogenannten âPacte Dutreilâ eine steuerlich attraktive Möglichkeit, Unternehmen unter Angehörigen mit bis zu 90âŻ% Steuerbefreiung zu ĂŒbertragen â vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen (Haltedauer, BetriebsfĂŒhrung, FamiliensolidaritĂ€t) sind erfĂŒllt. Gleichzeitig ist das System hoch formalisiert und wird politisch zunehmend hinterfragt.
âïž FĂŒr Unternehmer mit französischen KĂ€ufern oder Töchtern ist der Zuschnitt des Deals auf das französische Recht entscheidend â insbesondere bei grenzĂŒberschreitenden Beteiligungen.
In GroĂbritannien gewĂ€hrt das Steuerrecht bei der Unternehmensnachfolge eine 100âŻ%ige Erbschaftssteuer-Befreiung auf GeschĂ€ftsvermögen â den sogenannten Business Relief. Voraussetzung ist, dass die Anteile mindestens zwei Jahre gehalten wurden und das Unternehmen aktiv gefĂŒhrt wird.
âïž Maximale Steuerersparnis ohne LohnsummenprĂŒfung â aber hoher Nachweisdruck durch die Finanzbehörde (HMRC).
Deutschland bietet mit der Erbschaftsteuer-Verschonung eine attraktive, aber klar regulierte Form der Nachfolge â besonders im Vergleich zu angelsĂ€chsischen Modellen, die auf Marktmechanismen und Vertragslogik setzen. Wer in Deutschland verkaufen oder ĂŒbergeben will, muss frĂŒhzeitig planen â profitiert aber von VerlĂ€sslichkeit, Rechtssicherheit und staatlicher Förderung.
Nicht nur Gesetze und Steuern unterscheiden sich von Land zu Land â auch die Art, wie Unternehmen tatsĂ€chlich verkauft werden, folgt kulturellen Mustern. Wer sein Tiefbauunternehmen verkaufen bzw. weitergeben möchte, sollte diese Unterschiede kennen. Denn sie beeinflussen, wie Investoren ticken, wie schnell Entscheidungen fallen und was letztlich ĂŒber einen erfolgreichen Abschluss entscheidet.
In Deutschland wird die Unternehmensnachfolge oft diskret, langfristig und mit regionalem Fokus geplant. HĂ€ufig ist der Nachfolge:
â¶ïž Der Nachfolgeprozess kann lĂ€nger dauern â dafĂŒr sind die Partnerschaften nachhaltiger.
In den Vereinigten Staaten ist Unternehmertum stÀrker transaktionsorientiert. VerkÀufe werden hÀufig als:
â¶ïž Nachfolger suchen skalierbare Modelle, standardisierte Prozesse und Synergien â emotionale Faktoren spielen eine geringere Rolle.
In Japan ist die Unternehmensnachfolge kulturell tief verwurzelt â traditionell innerhalb der Familie, oft ĂŒber den Ă€ltesten Sohn. Doch diese Struktur ist ins Wanken geraten: Immer mehr Kinder schlagen andere Wege ein, die Gesellschaft altert, und das Interesse an BetriebsĂŒbernahmen sinkt.
Gleichzeitig ist der Wechsel von Respekt, ZurĂŒckhaltung und formaler Korrektheit geprĂ€gt â persönliche Beziehungen und langfristige Vertrauensbildung sind entscheidend.
â¶ïž Wer mit japanischen KĂ€ufern spricht, sollte auf wertschĂ€tzende Kommunikation, Geduld und klare VerantwortungsĂŒbergaben setzen â und kulturelle Nuancen respektieren.
Traditionell ist die Unternehmensnachfolge in Frankreich stark familiengeprĂ€gt. Ăbergaben an Kinder sind gĂ€ngig, steuerlich begĂŒnstigt â aber zunehmend schwieriger.
Gleichzeitig steigt das Interesse institutioneller Investoren, insbesondere in technischen Branchen wie dem Bau.
Viele Unternehmen sind nicht ausreichend vorbereitet, Dokumentation und Struktur fehlen â was die KĂ€uferseite verlangsamt. Französische KĂ€ufer erwarten klare Unterlagen, formale Sicherheiten und familiĂ€re Einbindung â frĂŒhzeitig vorbereiten!
â¶ïž KĂ€ufer bevorzugen klar segmentierte GeschĂ€ftsbereiche, digitale Dokumentation und proaktive Kommunikation.
Wenn Sie potenzielle KĂ€ufer aus dem Ausland ansprechen wollen â sei es in Form eines Teilverkaufs, einer Beteiligung oder eines Komplettverkaufs â, sollten Sie:
Die internationale Nachfolge ist kein Mythos â sondern RealitĂ€t im Tiefbau. Wer Prozesse, MentalitĂ€ten und KĂ€uferlogik versteht, kann gezielt entscheiden: Verkaufe ich lokal â oder öffne ich mein Unternehmen fĂŒr eine neue, internationale Zukunft.
Der Ăbergabe bzw. Verkauf eines Unternehmens ist nicht nur ein strategischer, sondern auch ein finanzieller Prozess. Wer ĂŒbernimmt, braucht Kapital â wer verkauft, benötigt Planungssicherheit. Viele LĂ€nder haben erkannt, dass es ohne gezielte Förder- und Finanzierungsprogramme nicht gelingt, erfolgreiche Nachfolgen flĂ€chendeckend zu sichern.
Deutschland gehört dabei zu den LĂ€ndern mit einer besonders ausgeprĂ€gten Förderlandschaft, doch auch international gibt es interessante Modelle â wenn auch mit teils sehr unterschiedlicher Ausrichtung.
Die KfW-Bankengruppe bietet mit Programmen wie dem âERP-Kapital fĂŒr GrĂŒndungâ oder dem âUnternehmerkreditâ attraktive Finanzierungsmöglichkeiten fĂŒr Nachfolger. ErgĂ€nzt wird dies durch:
â BĂŒrgschaftsbanken der BundeslĂ€nder,
â Beteiligungsgesellschaften,
â und spezifische Nachfolge-Initiativen (z.âŻB. ânexxt-changeâ).
â¶ïž Besonders im Tiefbau â mit hohem Kapitalbedarf fĂŒr Maschinen und GerĂ€te â sind diese Programme essenziell fĂŒr einen erfolgreichen EigentĂŒmerwechsel.
In den Vereinigten Staaten spielt die Small Business Administration (SBA) eine zentrale Rolle. Das SBA-7(a)-Loan-Programm finanziert Management-Buy-Outs, Ăbernahmen und Nachfolgeprojekte â mit staatlich abgesicherten Krediten von bis zu 5 Mio.âŻUS-Dollar.
â¶ïž Flexibel, unkompliziert, etabliert â ideal fĂŒr unternehmerisch denkende Nachfolger oder externe KĂ€ufer mit operativer Erfahrung.
Japan kĂ€mpft mit einem massiven NachfolgerĂŒckgang. Als Reaktion hat die Regierung:
â regionale Nachfolgeplattformen aufgebaut,
â Steuervorteile fĂŒr BetriebsĂŒbernahmen eingefĂŒhrt,
â und Subventionen fĂŒr KĂ€ufer bereitgestellt, die bestehende Unternehmen fortfĂŒhren.
â¶ïž Das japanische METI-Ministerium fördert die sogenannte âBusiness Succession Support Systemâ, in dem kleine Unternehmen gezielt an junge Unternehmer oder Manager vermittelt werden â inkl. Beratung und Finanzierungshilfen.
In Frankreich fördert die staatliche Investitionsbank Bpifrance Nachfolgelösungen mit:
â zinsgĂŒnstigen Krediten,
â staatlichen BĂŒrgschaften,
â und gezielten Förderpaketen fĂŒr KĂ€ufer, die ArbeitsplĂ€tze sichern.
â¶ïž ZusĂ€tzlich existieren steuerliche BegĂŒnstigungen bei Familiennachfolgen (Pacte Dutreil), die insbesondere bei langfristiger Bindung greifen.
In GroĂbritannien fördert die British Business Bank den Erwerb und das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen durch:
â âGrowth Loansâ fĂŒr Buy-ins und MBOs,
â Kooperationsprojekte mit Banken und Family Offices,
â und Beteiligungsmodelle mit Steueranreizen (z.âŻB. Enterprise Investment Scheme).
â¶ïž Insbesondere in der Infrastrukturbranche bestehen hier gezielte Förderungen fĂŒr Ăbernahmen durch erfahrene FĂŒhrungskrĂ€fte.
Ob in Deutschland oder international â der Verkauf eines Unternehmens wird in vielen LĂ€ndern aktiv unterstĂŒtzt. Entscheidend ist, dass VerkĂ€ufer und KĂ€ufer diese Möglichkeiten kennen, frĂŒhzeitig einplanen â und bei Bedarf mit einem erfahrenen Partner wie der TERRAS Tiefbau Gruppe auf diese Förderungen gezielt zugreifen.
- Welche steuerlichen Regelungen gelten?
- Wie unterscheiden sich Nachfolgekulturen und KĂ€ufererwartungen?
- Welche Förderprogramme können genutzt werden?
- Und wie lĂ€sst sich ein fairer, marktgerechter Preis erzielen â ohne Kompromisse bei Werten und Mitarbeiterbindung?
Als erfahrene Branchenplattform mit tiefer Marktkenntnis unterstĂŒtzt TERRAS Tiefbau Unternehmen bei:
â
der realistischen Unternehmensbewertung, angepasst an deutsche und internationale KĂ€ufererwartungen
â
der steuerlich und strukturell optimierten Vorbereitung der Nachfolge (inkl. Unterlagen, GerÀtepark, Pipeline)
â
der Ansprache strategischer oder institutioneller KĂ€ufer, auch ĂŒber Landesgrenzen hinweg
â
der Nutzung relevanter Förderprogramme (KfW, SBA, Bpifrance etc.)
â
der kulturell sensiblen Moderation von Verhandlungen â ob im Familienbetrieb, beim MBO oder mit internationalen Investoren
Die Unternehmensnachfolge endet nicht an der Landesgrenze â sie beginnt mit klarem Blick, guter Vorbereitung und dem richtigen Partner. TERRAS sorgt dafĂŒr, dass Ihr Unternehmen nicht nur verkauft wird â sondern in vertrauensvolle HĂ€nde ĂŒbergeht. Ob in Deutschland, Europa oder darĂŒber hinaus.
